Nopma - Technische Textilien

Technische Textilien mit Beschichtungen

Carl Meiser - Know how in textiles

Textilausrüstung, Färberei, Bleicherei

Wie entsteht ein Kleidungsstück...

Der Weg von der Fasererzeugung bis zum fertigen Bekleidungsstück beinhaltet eine Vielzahl von Arbeitsschritten. Die folgende Beschreibung soll einen Eindruck eines möglichen Produktionswegs und dessen Umfang bieten:

[Fasererzeugung] Zu Beginn der Entstehung eines Kleidungstück, wie zum Beispiel eines T-Shirts oder eines Unterwäscheteils, steht die Fasererzeugung. Bei Rohstoffen aus der Natur geht man hier meist von der Baumwollproduktion aus. Hochwertige Baumwolle wird in Ländern wie Griechenland, Ägypten oder Indien produziert. Um bei diesem Naturprodukt gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen wird die Ernte aus verschiedenen Anbaugebieten gemischt. Die Brillanz von Farben und der Griff des späteren Stoffs hängen entscheidend von der Qualität der Baumwolle ab. Kunstfasern werden aus fossilen Rohstoffen gewonnen und können meist direkt auf Konen gespult werden, der Arbeitsschritt spinnen entfällt damit.

[Garn Spinnerei] Die einzelnen Baumwollfasern werden in der Spinnerei zu einem Garn verzwirnt und auf Konen gespult. Die Baumwolle hat zu diesem Verarbeitungsschritt noch die typische Roh-Baumwoll Farbe. Etwa 97% des Garns geht als Rohgarn in die Strickerei. Nur ca. 3% des Garns wird direkt auf der Garn-Kone gefärbt und als Farbgarn an die Strickerei geliefert. Während dem Spinnprozess wird das Garn noch mit einer Paraffin-Schicht versehen. Diese verhindert später im Strickprozess zu hohen Nadelbruch.

[Strickerei] In der Strickerei wird auf Rund-Strickmaschinen die Baumwolle zu Stoff verarbeitet. Die Maschenstrick-Maschinen produzieren immer geschlossene Stoffschläuche. Die Weite hängt von der Weite der Strickmaschine ab. Heute stehen alle gängigen Weiten zu Verfügung. Nur so ist es möglich Leibweiten-Stoffe zu produzieren (Körperteile ohne Seitennähte). Von der Teilung der Strickmaschine hängt es ab, was für eine Qualität produziert wird. Single, Interlock, 1:1 Rippe, Ajurée und Piquet sind die gängigsten Qualitäten. Durch die Beimischung von synthetischen Garnen, wie Elastahn, Dorlastan oder Spandex entstehen besondere elastische Stoffe. Meist setzt sich der Stoff dann aus 98% Baumwolle und 2% Elastahn oder 95% Baumwolle und 5% Elasthan zusammen.

[Waschen+Thermofixieren] Nach der Strickerei wird der Rohbaumwollfarbene Stoff in der Textilausrüstung weiterverarbeitet. Als erster Arbeitsschritt wird die offen, oder auf Ballen angelieferte Ware, gewaschen. Bei diesem Vorgang werden die in der Spinnerei und Strickerei aufgebrachten Stoffe entfernt. Diese würden die Färbe- und Bleichvorgänge erheblich stören. Mischqualitäten aus Baumwoll- und Synthetikgarnen werden noch als Rohware thermofixiert. Dieser Schritt, bei welchem die Synthetik Faser mit der Baumwollfaser verschmolzen wird, erzeugt absolute Formstabilität und einen sehr angenehmen Griff des Fertigprodukts.

[Bleicherei / Färberei] Der Stoff, welcher jetzt immer noch die typische braune Baumwoll-Färbung hat, wird nun in chemischen-Physikalischen Prozessen gebleicht oder gefärbt. Dies geschieht in fest definierten Prozessen unter zu Hilfenahmen von Chemikalien, Wasser und Temperatur. Die Bleich- und Färbeprozesse dauern jeweils mehrere Stunden. In den Maschinen wird der Stoff in endlosen Bahnen durch die Flotte geführt.

[Waschen/Behandeln] Nach der Bleicherei und der Färberei müssen alle Substanzen wieder aus dem Stoff ausgewaschen werden und alle Chemikalien egalisiert werden. Zusätzlich können Appreturen aufgebracht werden. Diese können dem Stoff einen besseren Glanz und Griff verschaffen. Zusätzlich können spezielle Ausrüstungen aufgebracht werden. Diese können den UV-Schutz erhöhen, Vitamine und Aloe Vera speichern und abgeben, oder den Stoff Wasser abweisend und flammfest machen. Der letzte Arbeitsgang der Nass-Ausrüstung ist der Quetsch oder Schleudervorgang. Dabei wird der Stoff entwässert und für den Trockenprozess vorbereitet.

[Trocknen] Nachdem der Stoff entwässert ist, fahren die endlosen Stoffbahnen durch eine Trockenmaschine. Die Ware wird getrocknet und gleichzeitig völlig von Verzug befreit.

[Finishen] Das Finishing verleit dem Material seine Trocknerbeständigkeit ohne Zusatz von Chemie. Nur mit Hitze und Dampf wird die Maschenware fixiert und für die Weiterverarbeitung in der Druckerei oder der Zuschneiderei abgetafelt oder gerollt. Die Ware wird dabei direkt auf die später benötigte Leibweite gefinished.

[Druckerei] Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten ein Bekleidungsstück mit einem Druck zu versehen. Entweder wird der Stoff noch vor dem Zuschnitt mit einem „Endlosmotiv“ bedruckt, oder der Stoff wird erst nach dem Zuschnitt mit einem Motiv bedruckt. Verschiedene Druckverfahren im Pigment oder Reaktivverfahren erzeugen unterschiedliche Ergebnisse. Grundsätzlich wird für jede Farbstellung eines Druckmotivs ein Druckwerkzeug (Schablone) benötigt.

[Zuschnitt] Der Stoff wird nun als Schlauch oder aufgeschnitten als Breitware auf dem Zuschnitttisch ausgebracht. Mehrere Lagen werden von einem Messer- oder Laserschnittsystem gleichzeitig geschnitten. Weitere Zuschnittverfahren sind das Ausstanzen der Schnittrohlinge oder der Zuschnitt per Hand. Die einzelnen Rohlinge werden nun für die Konfektion zusammen mit allen weiteren Zutaten, wie Labels, Knöpfen und Gummis kommissioniert.

[Konfektion] Die Rohlinge aus dem Zuschnitt werden in der Näherei zusammengesetzt. Dabei ist in der Regel immer eine Person genau auf einen Arbeitschritt spezialisiert und führt diesen durch. Ein normales T-Shirt erzeugt in der Näherei über 20 Arbeitsschritte.

[Qualitätskontrolle] Nachdem die Textilien fertig konfektioniert sind, findet die Qualitätskontrolle der Konfektion statt. Hierbei wird besonders auf die Verarbeitung des Endprodukts geachtet. Es werden hierbei sofort Nacharbeiten ausgeführt und 1B Ware gekennzeichnet. Die Qualitätskontrolle nimmt auch die Verpackung der Textilien vor. Die kann als Sammelkarton, als Hängeware oder als Einzelhandels-Verpackung ausgeführt werden.

[Vertrieb/Handel] Der Handel ist die Schnittstelle des Textils zum Verbraucher. Dieser vermarktet die Bekleidung über alle möglichen Vertriebswege.